Brain Food zum #IWD von Cawa Younosi

Auch unser Mentor Cawa Younosi hat unsere Fragen zum Thema #Pink Washing beantwortet.

Mentor – Cawa Younosi
Cawa Younosi
SAP Deutschland

Pink Washing ist das neue Green Washing.
Was verbinden Sie damit?

Für mich ist es das ein neues Wording für das gute alte Feigenblatt. Ein Siegel auf der Webseite oder ein Preis sind nice to have, aber wenn am Ende nicht drin ist, was draufsteht, dann ist der Schaden der entsteht eigentlich kaum mehr gut zu machen. Man muss den Erwartungen, die man durch Statements oder Ankündigungen weckt auch nachkommen wollen. Deswegen lohnt es sich immer genau hinzuschauen. Ich verlasse mich darauf, was meine Mitarbeitenden mir rückmelden.

Können Sie uns konkrete Beispiele nennen, die Ihnen hier in Deutschland aufgefallen sind?
Positive und negative?

Ich glaube es fällt uns in Deutschland allgemein schwer, zu sagen wie es ist. Fehler und strukturelle Schwierigkeiten einzugestehen und klar zu benennen. Das liegt vielleicht auch an einer umbarmherzigen Fehlerkultur und an Debatten, die medial völlig aus dem Ruder laufen. Die logische Folge sind immer mehr konkrete Platitüden wohin man schaut. Ich persönlich bin immer gut damit gefahren auch offen zu sagen, wo wir noch besser werden müssen, wo wir uns schwer tun. Das hat mir immer die besten Rückmeldungen und kreativen Input für Lösungen beschert, denn wenn man selbst offen redet, schlägt einem oft auch Offenheit entgegen. Dann muss man eben auch zuhören.

Wie beurteilen Sie die unternehmerischen und kommunikativen „pinken“ Strategien von Unternehmen?

Das hängt ganz von den strukturellen Herausforderungen ab, denen sich das jeweilige Unternehmen gegenübersieht. Ich denke aber generell, dass es nicht mehr reicht darauf zu verweisen, es gäbe keine geeigneten Frauen oder dass die Zeit das Problem heilen wird. Damit kommt man heute nicht mehr durch. Wir haben diese Zeit nicht und Strukturen ändern sich nur, wenn man sie aufbricht und wenn man es wirklich will. Frauen trauen sich alles zu. Frauen wollen an die Spitze. Frauen sind längst gut genug. Wir müssen sie eben einfach befördern, statt sie unendlich fördern zu wollen.

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